Baracks Barthaar oder...

Barack und Bart?!

Baracks Barthaar oder warum sich Obama seine Präsidentschaft noch einmal überlegen sollte...

Es war einmal eine Frau, die gebar ein Söhnlein, und weil es eine Glückshaut umhatte, als es zur Welt kam, so ward ihm geweissagt, es werde im siebenundvierzigsten Jahr der erste farbige Präsident des Landes. Das Söhnlein wuchs heran zum stattlichen Senator mit hehren Ansichten. Doch während der Sohn seiner Mutter immer stattlicher und politisch versierter auftrat, schmierte sein Land immer mehr ab. Es brach Kriege vom Zaun, verfemte ganze Länder und seine Furcht vor allem und jedem war so mächtig, dass selbst die Chinesen diesem Land keine Angst machen wollten.

Das führte dazu, dass in diesem Lande so ziemlich alles gefaked war. Seine Baufinanzierer hiessen wie die süssen Gestalten aus Happy Tree Friends: Fannie Mae und Freddie Mac. Man erwartete pinke Schleifen im Haar und hellblaue Strampelanzüge und bekam faule Kredite. Seine Präsidenten – mindestens alle nach Jimmy Carter – sahen aus wie Dr. Romano. Man erwartete einen weissen Kittel und bekam faule Ausreden. Und seine Süssigkeiten – die so genannten Marshmallows – sahen aus wie grosse farbige Freudenspender. Man biss hinein und bekam faule Zähne.

Deshalb wollten alle dieses mächtige Land retten – denn keiner wagte daran zu denken, was passieren würde, wenn dieses Land noch weiter sinken und einen weiteren Krieg vom Zaun brechen würde, kaputt wie es war. Da kam eine Frau mit dem zweiten Gesicht. Sie sagte, dass die Welt noch gerettet werden könne. Dazu müsse aber ein stattlicher Präsidentschaftskandidat, an dessen Händen noch kein Blut klebe, ein einziges seiner Barthaare in die Marshmallow-Maschine werfen.

Der stattliche Präsidentschaftskandidat trug zwar keinen Bart. Bärte trugen die islamistischen Erzfeinde des Landes. Aber um die Welt zu retten, liess er sich ein einziges Haar auf der Oberlippe wachsen, bis es lang genug war, um es auszureissen. Er stand schon vor der Marshmallow-Maschine und griff mit der Pinzette nach der Haarwurzel, als ihm der Satz von Yang-Biu in den Sinn kam, den ihn seine Mutter immer gelehrt hatte: «Wenn du mit einem deiner Haare die Welt retten könntest, gib es nicht her.» Deshalb wurde John McCain Präsident – und wenn er nicht gestorben ist, so ist er es noch heute.

Ein Freund von mir nennt übrigens diese weissen oder grünen Heurollen auf den Feldern «Marshmallows». Weil er noch nie gesehen hat, wie sie entstehen, vertritt er die Hypothese, dass Ausserirdische uns diese Marshmallows bringen. In gewissen Gebirgskantonen machen ausserirdische Bergler auf solchen Marshmallow-Türmen politische Werbung für die Mitglieder dieser neuen bürgerlichen Partei, wo der König der Schweiz nicht dabei ist. Aber das ist eine andere Geschichte.

Misswahlen, die

Eben habe ich eine Mail bekommen von einem befreundeten Literaten:

Der kleine, feine Online-Kultursender ART_TV sucht das Schweizer Buch des Jahres. Eine illustre Kritikerjury hat fünf Titel nominiert. Ihr könnt nun online wählen, welches die Literaturperle 2007 ist.

Und zwar hier: http://art-tv.ch/literaturperle/ http://art-tv.ch/literaturperle/

Es lebe die Literatur, auf dass das beste Buch gewinne!

Und habe dabei an diesen Kurt Aebli gedacht. Aber es war dann doch Beat Zwicky, von dem ich einst diese Lawinen-Terzine las:
Es knarzt am Hang; klingt nach Gewummer heute nacht.
Der Bergtroll tanzt, bald lösen sich Lawinen.
Das bringt den Bernhardinern Kummer heute nacht.

Das Gedicht endet mit:
Zerdepperdepp! Find ich wohl Schlummer heute nacht,
oder verbrech ich bloss ein paar Terzinen?
Viel lieber schöb ich ja ne Nummer heute nacht.
Ich höre sanfte Schnarcher aus dem Schlafzimmer...

Nicht nur die Bernhardiner haben Kummer heute nacht, auch die Bären...
Bären in den Abruzzen vergiftet

Die Vergiftung von drei Braunbären im Nationalpark der mittelitalienischen Abruzzen hat in ganz Italien Empörung ausgelöst.

dominik straub/rom

Bei einem der Opfer handelt es sich um Bernardo, den bekanntesten Braunbären im Lande: Im April war Bernardo zur Touristenattraktion geworden, weil er sich unweit des Passo del Diavolo (Teufelspass) ganz in der Nähe der Strasse zusammen mit seiner Partnerin Rossella mit drei Jungbären fotografieren liess. Wie der in Bayern erschossene Bär Bruno hatte sich auch der neunjährige Bernardo über Schafherden, Hühner und Bienenstöcke in der Umgebung des Parks hergemacht.

Ist es also etwa Zufall, dass der getötete Bär Bernardo hiess? Nein! Und wie dieses Bild beweist, liebt der Italiener seine Bienenstöcke mehr als seine Bären.Schmus, schmus, schmus! Pech für die Bären. Zum Glück hat heute wenigstens der FCZ gegen Empoli gewonnen. Irgendwie tut das gut.Ende gut, alles gut...

Mondschattenverfolgung, die

Natürlich ist es möglich, vom Mondschatten verfolgt zu werden, ich weiss. Aber tendentiell geht das eher schnell. Der Mond wirft manchmal ziemliche Schatten

Trotzdem eiert mir natürlich jetzt Cat Stevens' Song durchs Hirn.

Mondschattenverfolgungswahn, der

Damit hier jetzt keiner sagt, Literatur sei wahr, der Beweis anhand des Gedichtes vom dollen Rühmkorf, das mir jetzt gerade durch den Kopf eiert:
Früher, als wir die großen Ströme noch
mit eigenen Armen teilten,
Ob, Lena, Jenissei, Missouri,
Mississippi, Elbe, Oste,
und mit Gesang den Hang raufgezogen
und mit Gesang auch wieder herab, immer den Augen hinterher und Hyperions
leuchtenden Töchtern,
des Tages Anbruch Röte
und des Mondes Aufzugs Beginn -
Heute: drei Telefongespräche
und der Tag ist gelaufen...
Hier einmal ein Bild des Jenissei: Schwimmen im Jenissei?
Die beiden Töchter Hyperions, das müssten Selene - die Mondgöttin - und Eos - die rosenfingrige Göttin der Morgenröte sein. Aber was sangen wir denn, als wir diesen Weibchen hinterherzogen: Im Frühtau zu Berge? Guter Mond, du gehst so stille? Oh, Im bein followed by a moonshadow, moonshadow, moonshadow... Ja, ja, der Cat Stevens oder Yusuf Islam, der hatte schon recht. Aber ob der jetzt schon mal im Jenissei geschwommen ist? Oder wenigstens in der Oste? Also, falls jemand von euch mal von einem Mondschatten verfolgt worden ist, bitte hier melden.

Zeugende Fahrzeuge

Sie hämmert mir jeden Tag ins Gesicht, die neue Schlagzeile mit dem Bravo von Fiat: «Made in Fiat». Aber irgendwie passt die Bildbotschaft hier nicht zur Zeile. Bei so einer Headline erwartet man kein Bild von einem Auto aus Turin, sondern etwas, was in einem Fiat gemacht wurde.

Ich weiss jetzt nicht, woran andere denken, aber ich denke an ein kleines, betrübtes Baby «Made in Fiat» . sad babyEines, was auf einerRückbank umklappbaren Rücksitzbank gezeugt wurde.

Oder ein sehr verzitterter Liebesbrief von der «Marterstrecke».
Oder eine kleine Skulptur aus Ohrenschmalz oder Nasenpopel, welche entstand, während man bei 50° im Schatten vor Bologna auf der Autobahn auf den Abschleppwagen wartete. Oder die Staubaufschrift «Vedere il colosseo e poi morire»

Kolosseum

auf dem Armaturenbrett, weil man bei offenem Fenster durch die Città eterna gefahren war.

Schade, schade, schade - da hat einer mal einen englischen Sprachlapsus und vergeigt ihn dann noch mit einem unpassenden Foto.

Scharf auf Werbung?

Scharf auf Werbung? Dann gefällt Dir vielleicht dieser 1. ähh Erfolgreich?

Du weisst nicht was das soll?

Schick uns Deinen Beitrag zum Thema PR & erfolgreiche Medienarbeit einfach auf diesen Blog. Oder schreib einen Beitrag in Deinem Weblog oder auf Deiner Site und schick uns den Link. Wir sind absolut scharf auf Links...

Einer, der uns seinen Link zukommen liess, ist P. Zoll aus Zürich. Er hat seine Fallstudie zu den Fussballhelden auf dem Internet verbraten und bekommt dafür den 1. äh 2. Texter-Chilli für besonders scharfe Anwendung eines Vorlesungsskripts. Ein anderer, der führt und kommuniziert und Velos repariert, wurde nur knapp auf den 2. Platz verwiesen.

Tjaa - wer sagt's denn: Wir sind wieder wer und deshalb schenken wir uns anstelle eines kräftigen Massakers lieber Viagra zum Valentinstag
Herzlich

Unbefleckte Empfängnis, die

Unter einer unbe-fleck-ten Empfängnis versteht man das geistige Empfangen einer Präidee. Diese wird dann im bedeutungsschwangeren Kopf so lange getragen, bis sie zur Kopfgeburt herangereift ist.
Proof

Der kluge Leser merkt sogleich: Die Südkurve war mal wieder bei Peter Schneiders Philosophie an der Theke (sie nennt sich Theorie an der Bar...) und hat Bahnhof verstanden. Dank unserer netten weiblichen Begleitung wenigstens hübscher Bahnhof. Der Stoff war diesmal ein Spanier vom Ribera del Duero, zur Schlägerei kam es nicht. Und das Gang-Abzeichen am Parka eines der Hooligans entpuppte sich dann doch noch als ein alter The-Who-Aufnäher. Aber zugegeben, das Thema war diesmal Ludwik Fleck und die Entstehung von wissenschaftlichen Ideen. Und die beiden Moderatoren waren sich auch nicht einig.

Als Schlachtgesang wurde vorgeschlagen:
Ziggi-Zaggi-Ziggi-Zaggi-Fleck-weck-weck.
Und hier noch das obligate Zitat:
Man besitzt jetzt fertige Begriffe, mit denen unfertige Gedanken nicht mehr ausgedrückt werden können.
Oder: Man besitzt jetzt eine Unbefleckte Empfängnis, mit welcher alle sündigen Gedanken gleich vorweg verdrängt werden können.

Money makes the world go round

Es ist - zugegebenermassen - einer der grössten Gemeinplätze der angewandten Sozialwissenschaften, dass sich Geld verdienen und moralisch sein niemals vereinen lassen.

Aber wer einmal Fred Wright's leider sowas von vergriffenes Meisterwerk «Der Saftladen» P. J. Dromdetti (alias Fred Wright) macht mit Polly Person einen drauf.

gelesen hat, der wird alle Formen des Kapitalismus mit einem geradezu heiteren Blick anschauen können. Hier ein kleiner Appetizer:
«Obwohl sie einander wegen ihres Mumms hassten, war Bernie Fucking Bastard Abes wertvollster und notwendigster Kumpel, und deswegen waren sie vielleicht auch so gute Geschäftspartner. Sie hatten nichts gemein als die Millionen Dollar, die sie beide so verzweifelt begehrten, und keiner von ihnen machte sich etwas daraus, wen sie anscheissen mussten, um an eben diese Millionen zu kommen. Sie waren beide kaltblütige, skrupellose, ausgebuffte Geschäftsleute. Doch während Abe ein amtlich geprüfter Schweinehund erster Klasse war, hatte Bernie etwas kreativen Stil und eine künstlerische Ader. Er hatte einst englische Literatur in Harvard gelehrt, aber wenn man ihn sprechen hörte, ahnte man dergleichen nicht. Reine Habgier hatte sein Vokabular zerstört, und zehn Ex-Frauen und der Hunger auf Dollars hatten seine Liebe für alles Schöne und Künstlerische abgestumpft. Seine eher anziehenden Charakterzüge verfaulten in seinem Innern wie die Gebärmutter einer schöne Frau, die vom Krebs verfressen wird. Nur sehr wenige Menschen, innerhalb und ausserhalb der Firma mochten ihn oder seinen Partner. Die meisten Leute, die mit ihnen zu tun bekamen, zitterten vor ihnen.»

Neoliberale Südkurve

kein Hund tauscht Knochen mit einem anderen
sagte: Adam SmithAdam Smith Als alte Zyniker(kyniker ha, ha...) tauschen wir allenfalls die Socken, aber sicher nicht Knochen. Es sei denn, der Koch in Ghana habe sie mitgekocht.

Der kluge Leser merkt sogleich: Gestern war die philosophische Fraktion der Agentur bei Theorie an der Theke mit Peter Schneider, wo sie als neoliberale Südkurve nicht nur auffiel, sondern sogar angefickt wurde. Nächstes philosophisches Date im nahe gelegen Sphères: Montag, 15. Januar 2007, 20 Uhr. Bitte philosophischen Südkurvenschal nicht vergessen. Diesmal besorgen wirs den intellektuellen Tussis.

Realismus?

"Reality is that which, when you stop believing in it, doesn't go away".
-- Philip K. Dick
was nicht weggeht, wenn du nicht mehr dran glaubst. Es gibt Menschen, die glauben, das sei lustig. Es gibt sogar solche, die glauben, das sei zynisch. Ich glaube, das ist ziemlich gut formuliert.
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